Fachdidaktik 2

Ist Bestandteil des Moduls Pädagogik 4, welches mit einer Lehrprobe (30 Minuten Einzelunterricht/45 Minuten Gruppenunterricht) abschließt.

 

Themenblock C: Unterrichtsplanung

Die klassischen Bereiche der Unterrichtsplanung werden um gesangspezifische Faktoren erweitert. So geht es neben Lehrer- und Schülerprofil, auch um die Kommunikation zwischen beiden. Kriterien für eine wertschätzende, konstruktive und für beide verständliche Unterrichtssprache sind genauso ein Thema wie nonverbale Hilfestellungen der Pädagogin/des Pädagogen. Im Bereich der Unterrichtsinhalte werden Körper-, Atem- und Stimmübungen analysiert und Methoden zur Einstudierung von Gesangsliteratur vorgestellt. Gemeinsam werden Möglichkeiten erarbeitet wie allgemeine Lernfelder der Musikpädagogik regelmäßig in den Unterricht integriert werden können (beispielsweise Blattsingen).

Zielsetzung: Die Studierenden erhalten das Handwerkszeug für eine umfassende Unterrichtsplanung und reflektieren einzelne Aspekte der Unterrichtssituation. Vorbereitend auf die Lehrprobe werden detaillierte Stundenkonzepte erstellt.

 

 

Themenblock D: Stimmbildung in der Gruppe 

Für das Arbeitsfeld des Vokalpädagogen wird Gruppenunterricht immer wichtiger. Für die Bereiche Chorische Stimmbildung, Stimmbildung mit Kindergruppen, Kinder- und Jugendchor und Singklasse werden Methoden und Material gesammelt. In der Arbeit mit Jugendlichen bewegt sich die Literatur stilistisch oft auch im Musical- oder Popbereich. Hierbei ist vor allem auf den Ambitus und die Registermischung zu achten, um immer eine gesunde Stimmgebung zu gewährleisten.

Zielsetzung: Die Studierenden werden an Möglichkeiten zum effektiven Singen in Gruppen herangeführt und lernen Musik anderer Stilrichtungen mit den Zielen klassischer Stimmbildung in Einklang zu bringen.


Fachdidaktik 1

Ist Bestandteil des Moduls Pädagogik 3, welches mit einer Klausur abschließt.

 

Themenblock A: Entwicklung der Singstimme und der Gesangspädagogik

Im Zentrum der Gesangspädagogik steht die Schülerin/der Schüler mit dem körpereigenen Instrument. Deswegen sollen zu Beginn des Seminars die Entwicklungsstufen der Stimme beleuchtet werden. Dies beinhaltet sowohl die körperlichen Voraussetzungen, als auch den Bewusstseinsgrad der Wahrnehmung und die Persönlichkeitsentwicklung. Alle diese Faktoren beeinflussen und bedingen die Arbeit an der Stimme mit Kindern und Heranwachsenden, sowie auch Erwachsenen.

Zielsetzung: Die Studierenden beschäftigen sich mit den Grundvoraussetzungen der Stimme und werden für unterschiedliche Schülerprofile sensibilisiert. Aus dem Wissen um den Entwicklungsstand verschiedener Altersstufen, können sie Methoden und Arbeitsweise für die Stimmbildung mit Kindern und Jugendlichen ableiten.

 

Die Steuerung von für den Gesang relevanten Körperfunktionen, geschieht zu einem großen Teil über evolutionsgeschichtlich alte Bereiche unseres Gehirns. Um deren Mechanismen zu ergründen, wird die Primärfunktion des Kehlkopfs und der Stimmbänder als Schutz vor dem Verschlucken, sowie die Ursprünge des Singens/Sprechens thematisiert. Im Anschluss folgt ein kurzer Abriss über die Geschichte der Gesangspädagogik.

Zielsetzung: Die Studierenden verstehen den Ursprung unwillkürlicher Reaktionen beim Singen und erfahren Möglichkeiten, damit umzugehen. Die Gesangspädagogik als überlieferte Disziplin steht immer in der Tradition ihrer langen Geschichte. Die Studierenden wissen um die verschiedenen Stationen und betrachten sie im Licht des aktuellen Forschungsstands.

 

 

Themenblock B: Fachliteratur im Überblick

Die Fachliteratur zum Thema Gesang ist ziemlich umfangreich und kann leicht unübersichtlich wirken. Verschiedene Schulen und teils widersprüchliche Aussagen treffen aufeinander. Deswegen sollen zu verschiedenen gesangspädagogischen Themen und Arbeitsfeldern jeweils Auszüge aus der einschlägigen Literatur gelesen werden. Besonders kontrovers diskutiert wird zum Beispiel der Registerbegriff. Seit Jahrzehnten besteht bereits die Forderung nach einer einheitlichen Nomenklatur der Gesangsregister sowie eine Angleichung der Unterrichtssprache um Missverständnisse zu vermeiden. Bisher konnte diese Forderung nicht erfüllt werden, was auch mit der Tradition der unterschiedlichen Schulen und Strömungen innerhalb der Gesangspädagogik zusammenhängt. 

Zielsetzung: Die Studierenden lernen die einschlägige Literatur kennen und erhalten durch diese Informationen zu gesangstechnischen Themen wie Stimmphysiologie, Atem, Ansatzrohr, Resonanzräumen, Übungsmethoden etc. Dabei werden sie mit unterschiedlichen Auffassungen und Methoden konfrontiert und können sie miteinander in Beziehung setzen.