Musik wird die Fähigkeit zugesprochen, Emotionen ausdrücken und evozieren, individuelle und kollektive Identitäten formen, kulturelle Unterschiede sowie gesellschaftliche Grenzen überwinden und menschlichen sowie mehr-als-menschlichen Zusammenhalt und Verständnis stärken zu können. Jedoch gibt es weder einen allgemein akzeptierten und in alle Sprachen übersetzten Musikbegriff, noch besteht ein allgemeines Verständnis in der Frage, welche Formen und Phänomene Musik umfasse.

Das Seminar vermittelt ein Bewusstsein für musikalisches Denken, Verständnis und musikalische Praxis in verschiedenen historischen und zeitgenössischen Kontexten. Neben musikalischen Aufführungspraktiken und Eigenschaften werden wir Beziehungen zwischen Musik- und Glaubenssystemen, Identität und weiteren soziokulturellen Fragen nachgehen. Das Seminar bietet Perspektiven auf Musikverständnisse, Musikkulturen ausgewählter Regionen und sozialer Gruppen sowie Musizieren. Dies geschieht durch die Verbindung von betrachtenden und analytischen Wegen sowie über das Erfahren von Musik und Musizieren über Grenzen hinweg. Wir widmen uns Musikrepertoire, Übertragungsmethoden, Aufführungspraktiken sowie -kontexten und damit verbundenen kreativen Prozessen.

ACHTUNG: Die Lehrveranstaltung hat letztmalig im Wintersemester 2020/21 stattgefunden!

Im ersten Teil der Lehrveranstaltung Angewandte Musikwissenschaft geht es um Musik als Text und seine Überlieferung, um Fachinformationsmittel und Medienkompetenz im Bereich der Musik. Und wir wagen auch einen Ausblick in die Musiksoziologie und stellen uns Fragen zur Bedeutung von Musik, zu Musik in der Gesellschaft oder was Tonsysteme damit zu tun haben.

Die in den Human-Animal Studies etablierte gesteigerte Aufmerksamkeit gegenüber nichtmenschlichen Tieren geht über die bisher verfolgten Ansätze hinaus, letztgenannte Gruppe als Objekte menschlichen Handels, Gegenstände der Kunst, Statussymbole, Wirtschaftsfaktoren oder als Modelle des Philosophierens zu gebrauchen. So plädieren neuste Forschungen, nichtmenschliche Tiere als mit eigenständiger Handlungsmacht ausgestattet aufzufassen, was ihnen eine methodische Aufwertung zukommen lässt.

Schaut man auf musikalische Phänomene wie sie überall auf der Welt ausgeführt werden, wird auffällig, dass die Geschichte – aber auch die Gegenwart – voll von Bezügen der von Menschen gemachten „Musik“ zu nichtmenschlichen Tieren ist. Die Spannbreite reicht dabei von der rein physischen Anwesenheit toter nichtmenschlicher Tiere als Materiallieferant*innen für den Instrumentenbau bis hin zu klanglichen Imitationen von Tierstimmen oder gar deren Einsatz selbst. Hierbei sind zwar starke regionale, ethnische und soziale Unterschiede zu verzeichnen, doch sind Reflexionen – die Ästhetik wie die Musiktheorie betreffend – für ein Verständnis des Vorgangs bis zur konkreten Klangbildung und Verankerung im gesamtkulturellen Kontext unerlässlich.

Zu dieser Erforschung spielen Vorgehensweisen und Methoden eine Rolle, die in der Ethnomusikologie etabliert sind. Ausschlaggebend ist die Erkenntnis, im Bereich der Human-Animal Studies Untersuchungen zur Sozialstruktur, zu Weltanschauungen, religiösen Vorstellungen, Handlungsbeziehungen und zur Soundscape vorzunehmen. So wird im Seminar zuerst ein Vertrautmachen mit dem wissenschaftlichen Feld der Human-Animal Studies, wie es aktuell transdisziplinär betrieben wird, ermöglicht. Den Brückenschlag zur Ethnomusikologie stellt besonders die Forderung nach dem Erlangen einer emischen Perspektive und dem damit in Zusammenhang stehenden Methodenkomplex der teilnehmenden Beobachtung dar. Unter dieser Perspektive werden im Seminar verfügbare Regional- und Lokalstudien sowie Musikalien (beispielsweise Papua-Neuguinea, Indien, europäische Volks- und Kunstmusiken) untersucht. Relevant ist auch das Analysieren von Passagen aus Erzählungen, Mythen und Ritualen; dazu kommt die Behandlung von Ton- und Videoaufnahmen. Das Seminar ist auch dafür geeignet, eigene Ideen und Forschungskonzepte zu diskutieren und Forschungsansätze zu entwickeln.

Das Seminar führt in das wissenschaftliche Arbeiten im Allgemeinen und das musikwissenschaftliche im Besonderen ein. Dafür werden wir uns mit den Grundlagen des Umgangs mit wissenschaftlicher Literatur, dem Gebrauch verschiedener Recherchewerkzeuge, dem Erstellen eigener Texte sowie Präsentationen, dem kritischen Umgang mit Notentext, Methodenrepertoire der Musikwissenschaft und mit Aspekten interdisziplinärer Musikforschung beschäftigen. Wir arbeiten an exemplarischen Materialien und üben die genannten Grundlagen des musikwissenschaftlichen Arbeitens gemeinsam ein.


Das Seminar führt in das wissenschaftliche Arbeiten im Allgemeinen und das musikwissenschaftliche im Besonderen ein. Dafür werden wir uns mit den Grundlagen des Umgangs mit wissenschaftlicher Literatur, dem Gebrauch verschiedener Recherchewerkzeuge, dem Erstellen eigener Texte sowie Präsentationen, dem kritischen Umgang mit Notentext, Methodenrepertoire der Musikwissenschaft und mit Aspekten interdisziplinärer Musikforschung beschäftigen. Wir arbeiten an exemplarischen Materialien und üben die genannten Grundlagen des musikwissenschaftlichen Arbeitens gemeinsam ein.


ACHTUNG: Die Lehrveranstaltung hat letztmalig im Sommersemester 2021 stattgefunden!

Der zweite Teil der Lehrveranstaltung Angewandte Musikwissenschaft zieht zunächst noch die Musiksoziologie aus dem Wintersemester mit hinüber in den März. Maßgeblich ist das Sommersemester aber der musikalischen Interpretationsgeschichte gewidmet. Wir werden Mittel und Methoden zur Erforschung interpretationsbezogener Probleme kennenlernen und erproben. Dazu gehören Ausflüge in historische Lehrwerke/Instrumentalschulen wie auch in den Instrumentenbau oder eine Untersuchung von Beethovens Metronom.