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Ob im Orchester, im Chor, in der (Big-)Band oder im Kammerensemble – Musik entsteht häufig im Kollektiv. Wer gemeinsam musiziert, bewegt sich in einem Gefüge aus Rollen, Erwartungen und Ordnungen. Wer hat Zugang zum Ensemble, wer gestaltet und entscheidet mit, wer gibt den Ton an?

Mit Fokus auf Europa und Nordamerika fragt das Seminar, wie heutige Ensemblekulturen gewachsen sind, wer an ihrer Gestaltung beteiligt war und wer es heute ist: von den Musikerinnen der venezianischen Ospedali über das bürgerliche Sinfonieorchester bis zum Aufkommen der Bigband und zu gegenwärtigen Formationen in Klassik, Jazz und Pop. Was gilt als Norm, was als Abweichung – insbesondere mit Blick auf Gender und Race?

Ausgehend von soziologischen Perspektiven auf das gemeinsame Musizieren (vgl. Schütz, Small, Turino) untersuchen wir, wie Zusammenspiel zwischen Notation, Improvisation und musikalischer Leitung organisiert ist. Diskutiert werden Konzert und Probe als Resonanzräume sowie Studien zu Teilhabe und Wohlbefinden im Ensemble (vgl. Müller-Brozović, D’Amario) und Handschriften musikalischer Führung in unterschiedlichen Besetzungen, auch aus körpersoziologischer Sicht.

Gelesen werden Texte aus Musikwissenschaft, Musiksoziologie und Organisationsforschung, ergänzt durch Fall- und Hörbeispiele. Das Seminar richtet sich an Studierende aus Klassik und Jazz gleichermaßen. Eigene Proben- und Konzerterfahrungen sind ausdrücklich willkommen.

Selbsteinschreibung (Student)
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